Vorankündigungen

Frühjahr 2018
Cyrus Atabay: Prosperos Tagebuch
Helmut Braun (Hrsg.): Liebstes Fräulein Moore - Beautiful Rose  Rose Ausländer und Marianne Moore
Arnolt Bronnen: Septembernovelle
Josef Burg: Mein Czernowitz  Erzählungen
Georg Drozdowski: Odyssee  XXX. Gesang

Sommer 2018
SAID: vom wort zum haus  gedichte

Herbst 2018
Bernhard Albers: Helmut Käutner. Filmemacher und Pazifist  Die Kinofilme 1939-1970
Nelly Sachs: Teile dich Nacht  Die letzten Gedichte
Ernst Schönwiese: Gedichte
Thomas Stölzel: Aus den Notizbüchern eines Menschenforschers
Georg Trakl: Winkel am Wald
Immanuel Weißglas: Gottes Mühlen in Berlin  Gedichte

Frühjahr 2019
Hans Bender – Hermann Lenz: Briefwechsel
Bernhard Albers: Michael Guttenbrunner oder Eine Köpenickiade im Hause Zuckmayer
Reinhard Kiefer: Die Heimat des Zögernden
Moses Rosenkranz: Der Hund  Erzählung

 

 
   

Frühjahr 2018

   

 

 
 
Liebstes Fräulein Moore – Beautiful Rose
Rose Ausländer und Marianne Moore

Briefe, Gedichte, Fotos, Dokumente, Bücher und wissenschaftliche Texte.
Herausgegeben und kommentiert von Helmut Braun
(Rose Ausländer-Gesellschaft: Materialien zur Literatur Bd. 6)
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 87)
zahlreiche Abb., ca. 160 S., Klappenbrosch., ersch. Frühjahr 2018
ISBN 978-3-89086-352-8 ISBN 3890863523
€ 20,-  
 
 

 

Liebstes Fräulein Moore – Beautiful Rose

Rose Ausländer und Marianne Moore

 

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Bukowiner Literaturlandschaft

 

 

 
Arnolt Bronnen
Septembernovelle

(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 108)
52 S., Klappenbrosch., ersch. Frühjahr 2018
ISBN 978-3-89086-332-0 ISBN 3890863329
€ 15,-  
 
 

 

Arnold Bronnen (1895 in Wien geboren und 1959 in Berlin gestorben) war mit seinem Stück Vatermord, das 1920 als Buch erschien und 1922 in Frankfurt uraufgeführt wurde, einer der erfolgreichsten deutschen Dramatiker nach dem Ersten Weltkrieg.

Das Stück spielt im Proletariermilieu mit eindringlicher Sprach­gestik. Der tyrannische Vater begehrt den jungen schönen Sohn, der sich wiederum zum Mord durch seine Mutter verführen läßt. Den Vatermord selbst erlebt er als Orgasmus: Eine Zumutung nach dem Ende des prüden Wilheminismus. Die Aufführung des Stückes an verschiedenen Bühnen rief Proteste hervor, die meist in Hand­greiflichkeiten endeten.

Wir wollen die Biografie der unablässigen Wandlung des Autors nicht weiter verfolgen: Seine Nähe zu Brecht bis 1926 oder zu Joseph Goebbels, dessen Geliebte er 1930 heiratete und bis zu ihrem Freitod 1935 eine Ménage à trois führte. Schon 1930 hatte er mit den Brüdern Ernst und Friedrich Georg Jünger und etwa dreißig SA-Leuten einen Vortrag Thomas Manns im Berliner Beethoven-Saal gestört, der vor den Gefahren des aufkommenden National­sozialismus warnte.

Bronnens «Gelöbnis treuester Gefolgschaft» für Hitler erfolgte im Oktober 1933. Dennoch wurde er 1937 aus der Reichsschrifttums­kammer ausgeschlossen und erhielt 1943 Publikationsverbot. Er ging in den kommunistischen Widerstand. Offensichtlich hatte er früher, so Carl Zuckmayer, «als dafür noch ein Markt war, zu viel Brunst geschrieben. Zu viel Mutterbeschlafung, zu viel Exzesse. Die Nazis konnten einen Mann mit solch entarteter Vergangenheit ihrem Spießbürgertum nicht zumuten.»

Zwar trennten Thomas Mann und Arnold Bronnen politisch Welten, doch haben sie in ihrer Literatur einen überdeutlichen Berührungs­punkt. Beide schrieben eine Novelle bestimmten Inhalts. Thomas Mann bezeichnete den Tod in Venedig als «Tragödie der Entwürdi­gung». Arnold Bronnen spricht in der Septembernovelle von einem «Gift», das «das Leben zerbricht». Gemeint ist das zu Literatur gewordene homosexuelle Begehren eines situierten Mannes, welches auf einen schönen Jüngling gerichtet schließlich in den Untergang führt. Im Grunde ist es, so Thomas Mann, «die alte, gute Geschichte: Werther erschoss sich, aber Goethe blieb am Leben.»

Der Literaturwissenschaftler Hans Mayer äußerte einmal nach dem Krieg Brecht gegenüber, dass die frühe Erzählung Septembernovelle doch «wirklich schlecht» sei. «Brecht sah mich strafend an und erwiderte: ‹Das ist ganz große Prosa!›» (Hans Mayer: Ein Deutscher auf Widerruf, Band 2, Frankfurt/Main 1984)

Bernhard Albers

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Georg Drozdowski
Odyssee

XXX. Gesang
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 89)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 104)
64 S., Klappenbrosch., ersch. Frühjahr 2018
ISBN 978-3-89086-338-2 ISBN 3890863388
€ 20,-  
 
 

 

1935, unter dem Eindruck der wachsenden Kriegsgefahr in Europa veröffentlicht Jean Giraudoux sein Stück Der trojanische Krieg wird nicht stattfinden.

«Warum sollte es zum Krieg kommen?» heißt es auf der Bühne. Der Erfolg war erwartungsgemäß überwältigend: beinahe zweihundertmal hinter einander musste das Werk gespielt werden.

Der Autor starb 1944. Zwei Jahre zuvor veröffentlichte Jean Anouilh sein Stück Antigone nach der gleichnamigen Tragödie des Dichters Sophokles aus dem Jahr 442 v. Chr. Dieses Werk feierte man wiederum als Sinnbild für den französischen Widerstand gegen die deutsche Besatzungsmacht.

Die Odyssee ist neben der Ilias das zweite, dem Dichter Homer zugeschriebene Epos. Es schildert die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg.

Die homerischen Gedichte sind in einer Kunstsprache geschrieben, die «in dieser Form niemals wirklich gesprochen wurde.» (Herbert Bannert) Sie umfassen rund 12000 Hexameter in 24 Gesängen.

«Mit dem vierundzwanzigsten Gesang», schreibt Georg Drozdowski, «endet die Odyssee und wir setzen sie im dreißigsten fort» und zwar mit einem «Heimkehrerstück» vor dem Hintergrund der Nachkriegszeit von 1945. Im Gepäck «alle Qualen des Leibes und alle Martern der Seele – Krieg, Schmerz, Hunger, Angst, ungestilltes Verlangen, bittere Gefangenschaft und getäuschte Hoffnung.»

 
Georg Drozdowski (1899–1987) wurde in Czernowitz geboren und veröffentlichte dort in der Zwischenkriegszeit seine erste Lyriksammlung. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ er sich in Klagenfurt nieder, wo er als Kulturredakteur der Kärntner Volkszeitung mit seinen journalistischen Arbeiten über zwei Jahrzehnte das kulturelle Leben Kärntens begleitete. Sein literarisches Werk umfaßt ernste und heitere Lyrik, erzählende Prosa, Hörspiele, Bühnenstücke und Übersetzungen aus dem Polnischen und Rumänischen.

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Bukowiner Literaturlandschaft

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Josef Burg
Mein Czernowitz

Erzählungen
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 88)
(Rimbaud-Taschenbuch Nr. 103)
ca. 144 S., brosch., ersch. Frühjahr 2018
ISBN 978-3-89086-337-5 ISBN 389086337X
€ 25,-  
 
 

 

Josef Burg, geboren 1912 in Wischnitz/Bukowina, starb 2009 in seiner Heimatstadt. Er trat schon früh mit seinen in jiddischer Sprache verfassten Erzählungen hervor. Burgs Figuren bevölkern das weite aufgerissene Land zwischen Wien im Westen und Baby Yar im Osten, zwischen Vilnius im Norden und Bukarest im Süden, das Gebiet, in dem einst über zehn Millionen Menschen Jiddisch gesprochen haben. Seine Erzählungen geben auch angesichts des Verhängnisses den Kampf um Spielräume menschlicher Entscheidungsmöglichkeiten, um Nischen der Verständigung, so wenig auf, wie Burg selbst seine Muttersprache, in all ihrer Plastizität und zupackenden Konkretheit, aufzugeben bereit ist.

Armin Eidherr

Titel von Josef Burg

Bukowiner Literaturlandschaft

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Cyrus Atabay
Prosperos Tagebuch

Gedichte
Nachwort Lydia Girlinger
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 116)
Klappenbrosch., ersch. Frühjahr 2018
ISBN 978-3-89086-334-4 ISBN 3890863345
€ 20,-  
 
 

 

Cyrus Atabay, geboren 1929 in Teheran, Schulzeit 1937–45 in Berlin, Studium der Literaturwissenschaft in München. Lebte abwechselnd in Europa und im Iran. Seit der iranischen Revolution 1978 lebte er zunächst in London, seit 1983 in München. Atabay schrieb ausschließlich in deutscher Sprache. Er erhielt 1957 den Hugo-Jacobi-Preis, 1960 den Berliner Förderpreis für Literatur und 1984 den Literatur-Preis der Stiftung zur Förderung des Schrifttums. Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Atabay starb 1996.

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Sommer 2018

   

 

 
SAID
vom wort zum haus

gedichte
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 119)
104 S., Klappenbrosch., ersch. Sommer 2018
ISBN 978-3-89086-327-6 ISBN 3890863272
€ 15,-  
 
 

 

«mein auge / ein pilger außerhalb der zeit / widersteht dem fluß der tage / dem licht / und seinen brechungen» – so schließt eines der in diesem Band versammelten Gedichte von SAID. Die Skepsis, die sich in diesen Versen andeutet, hat ein doppeltes Fundament. Sie fußt einerseits auf der jahrzehntelangen Exil-Erfahrung ihres Autors und dem damit verbundenen Verlust ursprünglicher Heimat, andererseits aber nicht minder auf dessen tiefgreifender Verinnerlichung der Traditionen literarischer Moderne. Vor diesem Hintergrund entfaltet diese Dichtung eine originäre Modernität, ohne sich an die Allüren des Zeitgeistes zu verlieren.

Gewiss ist die erzwungene Heimatlosigkeit – wie auch bei anderen wichtigen Dichtungen seit dem Aufkeimen der Totalitarismen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – eine prägende Voraussetzung dieser Poeme. Dass ihnen aber jede Larmoyanz und Sentimentalität fehlt, verdankt sich der genauen, fast meditativen Öffnung dieses Dichters für all das, was sich dem poetischen Auge darbietet.

In konzentrierten, lakonischen und zugleich hochkomplexen Gedichten, die untereinander ein vielfältiges Netz von Anspielungen aufweisen, entstehen poetische Bilder, die die Wirklichkeit überraschend neu sehen lassen – nicht nur die Wirklichkeit des Exilanten zwischen Orient und Okzident, sondern, mehr noch, die unserer eigenen Welt mit all ihren Rissen und Brüchen.

Freilich gelingt dies, weil diese Dichtung nicht urteilt. In seiner Dankesrede zur Verleihung des Friedrich-Rückert-Preises 2016 hat SAID sein poetisches Programm unter Bezugnahme auf Rückert umrissen: «keine vergleiche, keine bewertung. nur verstehen, um die schönheit zu finden, die die menschen verbindet.»

Die Gedichte von SAID gleichen Pilgerfahrten auf der Suche nach Heimstatt. Gegen die Zurichtungsformen der menschlichen Vernunft setzt SAID das freischwebende Wort. Dabei erweisen sich Bewegung und das Bewegende als Grundkonstituenten, die der klirrenden Statik herrschender Rationalitätsmechanismen entgegenzusetzen sind. Sympathie zeigen diese Gedichte für alles Randständige und Ausgegrenzte, für die unverstellte Kreatur, für alles, was sich den oberflächlichen Verfestigungen widersetzt. Und an diesen Rändern kann selbst das Metaphysische aufscheinen, als eine denkbare Wohnstatt für den Menschen.

Anlässlich eines Interviews mit dem «ZEIT-Magazin» hat SAID einmal betont, seine eigentliche Heimstatt sei die deutsche Sprache. In seinen hier versammelten Gedichten wird die Sprache tatsächlich «vom wort zum haus».

Christoph Leisten

 

SAID wurde 1947 in Teheran geboren und kam 1965 nach München. Nach dem Sturz des Schah 1979 betrat er zum ersten mal wieder iranischen Boden, sah aber unter dem Regime der Mullahs keine Möglichkeit zu einem Neuanfang in seiner Heimat. Seither lebt er wieder im deutschen Exil. Für sein literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Civis-Hörfunkpreis (1992), dem Preis der Stadt Heidelberg «Literatur im Exil» (1996), dem Stipendium der Villa Aurora (Los Angeles, USA, 1997), der Hermann-Kesten-Medaille (1997), dem Adelbert-von-Chamisso-Preis (2002), der Goethe-Medaille (2006), dem Literaturpreis des freien deutschen Autorenverbandes (2010), dem Verdienstkreuz am Bande (2014) und dem Friedrich-Rückert-Preis (2016).

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Herbst 2018

   

 

 
Bernhard Albers
Helmut Käutner
Filmemacher und Pazifist

Die Kinofilme 1939–1970
ca. 400 Abb., fadengeh. Klappenbrosch., ersch. Herbst 2018
ISBN 978-3-89086-329-0 ISBN 3890863299
 
 

 

Bernhard Albers.

Helmut Käutner. Filmemacher und Pazifist.

Alle Titel von Bernhard Albers

 

 

 
Thomas Stölzel
Aus den Notizbüchern eines Menschenforschers

Prosa
(Rimbaud-Taschenbuch)
ca. 100 S., brosch., ersch. Herbst 2018
ISBN 978-3-89086-335-1 ISBN 3890863353
€ 15,-  
 
 

 

Thomas Stölzel, tätig als Autor und Herausgeber. Lebt in Berlin.
Jüngste Buchveröffentlichungen: Ich grase meine Gehirnwiese ab (2011); Staunen, Humor, Mut und Skepsis (2012); Fragen – Lösen – Fragen (2013); Die Welt erkunden (2015). Er hat gemeinsam mit Simone Stölzel mehrere Bücher von und über E.M. Cioran und W. Somerset Maugham herausgegeben.

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Immanuel Weißglas
Gottes Mühlen in Berlin

Gedichte
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 75)
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 99)
geb., ersch. Herbst 2018
ISBN 978-3-89086-393-1 ISBN 3890863930
€ 40,-  
 
 

 
 
Georg Trakl
Winkel am Wald

Ausgewählte Gedichte
Hrsg. und Nachwort Reinhard Kiefer
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 98)
brosch., ersch. Herbst 2018
ISBN 978-3-89086-384-9 ISBN 3890863841
€ 20,-  
 
 

 
 
Ernst Schönwiese
Gedichte

Ausgewählt von Christoph Leisten
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 73)
brosch., ersch. Herbst 2018
ISBN 978-3-89086-382-5 ISBN 3890863825
€ 20,-  
 
 

 

Ernst Schönwiese, 1905 in Wien geboren, starb 1991 in seiner Geburtsstadt. Vor dem Krieg arbeitete er als Publizist und Dozent. Nach dem Krieg war er Programmdirektor beim Österreichischen Rundfunk, wo er für die Literaturvermittlung große Verdienste erwarb. Zugleich war er als Herausgeber einer Literaturzeitschrift und als Übersetzer tätig.

Alle Titel von Ernst Schönwiese

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Nelly Sachs
Teile dich Nacht

Die letzten Gedichte
Hrsg. Margaretha und Bengt Holmqvist
Nachwort Michael Braun
(Lyrik-Taschenbuch Nr. 115)
brosch., ersch. Herbst 2018
ISBN 978-3-89086-339-9 ISBN 3890863396
€ 15,-  
 
 

 

Nelly Sachs.

Teile dich Nacht.

Briefe von Nelly Sachs

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Frühjahr 2019

   

 

 
Reinhard Kiefer
Die Heimat des Zögernden

Ein Satzbau III
brosch., ersch. Frühjahr 2019
ISBN 978-3-89086-330-6 ISBN 3890863302
 
 

 

Reinhard Kiefer, 1956 in Nordbögge geboren, Lyriker, Erzähler, Romancier. Der Rimbaud Verlag veröffentlicht seit 1981 sein Gesamtwerk.

Alle Titel von Reinhard Kiefer

 

 

 
Hans Bender – Hermann Lenz
Briefwechsel

Hrsg. von Hans Georg Schwark und Walter Hörner
(Rimbaud-Taschenbuch)
ersch. Frühjahr 2019
ISBN 978-3-89086-328-3 ISBN 3890863280
€ 25,-  
 
 

 

Hans Bender – Hermann Lenz.

Briefwechsel.

Hans Bender, 1919 in Mühlhausen/Kraichgau geboren, lebte seit 1959 in Köln. Nach der Kriegsgefangenschaft Fortsetzung des Studiums der Literatur- und Kunstgeschichte in Heidelberg, Herausgeber der Literaturzeitschriften Konturen und Akzente sowie zahlreicher Anthologien. Veröffentlichte Gedichte, Kurzgeschichten, Erzählungen, zwei Romane und Aufzeichnungen, Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt Kulturpreis Köln 2000 sowie Ehrengabe 2006 der Deutschen Schillerstiftung von 1859, Weimar. Hans Bender starb 2015.

Alle Titel von Hans Bender

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Bernhard Albers
Michael Guttenbrunner
oder Eine Köpenickiade im Hause Zuckmayer

(Rimbaud-Taschenbuch)
brosch.
Diese Veröffentlichung erscheint erst nach der Veröffentlichung von der Neuausgabe «Im Machtgehege» im Löcker Verlag.
ISBN 978-3-89086-348-1 ISBN 3890863485
 
 

 

Michael Guttenbrunner wurde 1919 in Althofen in Kärnten geboren. Er lebte seit 1954 in Wien, wo er 2004 starb. Seine präzise Arbeit am Text ist an Karl Kraus geschult. Mit seinem Werk ist er für die österreichische Literatur durchaus das, was Ludwig Hohl für die Schweiz bedeutet.

Die Wehrmachtsakten im Österreichischen Staatsarchiv lassen keinen Zweifel daran, daß Guttenbrunner weder aktiv gegen das Hitlerregime Widerstand leistete, noch aus diesem oder einem anderen Grunde zum Tode verurteilt wurde.

Als Michael Guttenbrunner auf meine Anregung hin nach zwanzig Jahren wieder veröffentlichte, habe ich auf dem Klappentext vermieden, mit dem Autor als Widerstandskämpfer zu werben.
Kurze Zeit nach dem Tod des Autors zwang uns, also den Rimbaud Verlag, seine Tochter und Erbin gerichtlich, die Rechte an der sechzehnbändigen Werkausgabe abzutreten und tausende Bücher zu makulieren. Ein unglaublicher Schaden.
Viele Jahre ist sein Werk seitdem nicht lieferbar. Dafür erscheinen apologetische Studien über ihn:
(1) Vinzenz Jobst: Guttenbrunner. Rebellion und Poesie. Klagenfurt 2012.
Im Hinblick auf Guttenbrunners eigene Legendenbildung, er sei im Zweiten Weltkrieg als Widerstandskämpfer zum Tode verurteilt worden, heißt es:
«Es kann keine Rede davon sein, Guttenbrunner habe später seine Vergangenheit bewusst unrichtig wieder gegeben.»
Jobst behauptet mehrmals ohne jeden Beleg, dass «Ende Juli 1944 sogar das Todesurteil gegen ihn erwogen worden war.»
Besonders geschmacklos sind meiner Meinung nach in diesem Kontext die Kapitel über Guttenbrunners «Bruder Josef, ein Landesvater». Dann: «Die andere, herausragende männliche Persönlichkeit in der Familie Guttenbrunners ist Carl Zuckmayer.»
(2) Michael Guttenbrunner. Über Bildende Kunst und Architektur, aus dem Nachlass herausgegeben und kommentiert von Angelica Bäumer. Klagenfurt/Graz 2014.
Auf dem Buch sehen wir ein beeindruckendes Foto Guttenbrunners Arbeitszimmer. Es existiert nicht mehr.
Posthum wird Guttenbrunner als Kunstschriftsteller und Briefeschreiber rehabilitiert, nicht ohne sogleich eingangs zu behaupten, dass er nur knapp der Hinrichtung entgangen sei. Ferner wird frank und frei von «Widersetzlichkeit» gesprochen, ohne die Gründe dazu zu nennen, die die Prozessakten offenbaren.
Ich musste an Elisabeth Förster-Nietzsche denken, wenn sich am Schluss beide Autoren bei Katharina Guttenbrunner für die Genehmigung der Abdruckrechte für die Texte ihres Vaters bedanken.
Der Löcker Verlag in Wien kündigt seit Jahren den Beginn einer Werkausgabe an. Warum erscheint sie nicht? In der Ankündigung ist zwar von einer «Todesstrafe» Guttenbrunners nicht mehr die Rede, aber das Wort «Widersetzlichkeit» deutet immer noch auf die Legendenbildung vom Widerstand Guttenbrunners im Dritten Reich hin.

Alle Titel zu Michael Guttenbrunner

Titel von Bernhard Albers

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Moses Rosenkranz
Der Hund

Franz Dubas Bericht
Erzählung
(Bukowiner Literaturlandschaft Bd. 85)
ca. 176 S., geb., ersch. Frühjahr 2019
ISBN 978-3-89086-347-4 ISBN 3890863477
 
 

 

Im Nachlass von Moses Rosenkranz entdeckten wir unter anderem ein Typoskript, eine bedeutende Erzählung über einen Hund, den die nationalsozialistischen Mörder zur Bestie abzurichten versuchen – zu einem Teil ihrer Tötungsmaschinerie.

Folter mit Hilfe von Hunden, Hunde, die zur Bewachung von Häftlingen eingesetzt wurden, gab es in vielen Konzentrationslagern. Die Geschichte, die Moses Rosenkranz erzählt und die auf einer Burg handelt, ist jedoch unvergleichlich bestialisch und doch unglaublich menschlich. Wir wissen bis jetzt nicht, was und welche Orte ihm die Impulse für diese Erzählung gaben.

Der Band wird von Prof. Dr. Sascha Feuchert und Dr. Andrea Löw herausgegeben und mit einem umfangreichen Vor- und Nachwort versehen.

Andrea Löw ist stellvertretende Leiterin des Zentrums für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte, München.

Sascha Feuchert ist Professor für Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur und ihre Didaktik am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Moses Rosenkranz kam zur Welt im Jahr 1904 in Berhometh am Pruth, einem kleinen Dorf im Norden der Bukowina. Diese war damals noch ein Kronland der Habsburger­monarchie, mit einem bunten Völkergemisch von Ruthenen, Polen, Rumänen, Deutschen und Magyaren. Im Osten grenzte sie an das Zarenreich. Die Eltern waren Bauern; er wuchs heran als siebtes von neun Kindern.

Die Kindheit verbrachte er bis zum 1. Weltkrieg in den Dörfern zwischen Pruth und Czeremosch. Dann folgten Flucht, der Tod des Vaters, völlige Verarmung; danach Wanderjahre auf Arbeitssuche, später Nazilager, dann zehn Jahre Gulag aus politischen Gründen; danach, im volksrepublikanischen Bukarest, weiterhin nur eingeschränkte Freiheit und erneute Bedrohung. Darum Flucht in den Westen. Das bedeutete für ihn: in die Fremde.

Auch im modernen Literaturbetrieb ein Fremder, lebte er zurückgezogen in einem Dorf im Hochschwarzwald. 92-jährig erblindete er plötzlich und starb sieben Jahre später, am 17. Mai 2003.

Alle Titel von Moses Rosenkranz

Bukowiner Literaturlandschaft

 

 

 
   
 
 

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